Vitamine, Mineralien und Heilpflanzen können Allergiesymptome lindern

Aktualisiert am 17. Juli 2021 von ÁYIO-Q Redaktion

Wie eine umfangreiche Forschungsarbeit des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Max Rubner-Institut) aus dem Jahr 2008 belegt, erreichen viele Deutsche nicht die empfohlenen D-A-CH-Referenzwerte. Diese Werte beziehen sich auf die täglich notwendige Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffe im Rahmen einer gesunden, ausgewogenen Ernährung. D-A-CH steht für die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz, in denen diese Referenzwerte gelten.1

Demnach liegt bei einem großen Teil der Erwachsenen und Jugendlichen eine Unterversorgung mit lebensnotwendigen Mikronährstoffen vor. Die folgende Tabelle gibt Auskunft über den Prozentsatz der Frauen und Männer in Deutschland, die nicht die erforderliche Tagesmenge an Vitaminen und Mineralien zu sich nehmen.2

MikronährstoffFrauen ab 19Frauen 14 bis 18Männer ab 19Männer 14 bis 18
Vitamin A10 %25 %15 %29 %
Vitamin C29 %29 %32 %31 %
Vitamin D91 %97 %82 %91 %
Vitamin E49 %43 %48 %42 %
Zink21 %28 %32 %29 %
Magnesium29 %56 %26 %42 %
Kalzium55 %74 %46 %51 %

Berücksichtigt sind nur diejenigen Mikronährstoffe, die eine wesentliche Rolle bei allergischen Reaktionen spielen. Wir zeigen zunächst, welche Aufgabe diese Vitamine und Mineralien in unserem Organismus wahrnehmen. Anschließend gehen wir auf hilfreiche pflanzliche Wirkstoffe für Allergiker ein.

Allergie und Vitaminmangel

In den letzten Jahren gelang es Wissenschaftlern, die zentrale Funktion von Vitamin D bei der körpereigenen Abwehr aufzuklären. Als Hormon reguliert die biologisch aktive Form des Vitamins D3 zahlreiche Gene von wesentlichen Bestandteilen des angeborenen und erworbenen Immunsystems. Darüber hinaus schützt der lebensnotwendige Mikronährstoff unsere nützlichen Darmbakterien, fördert die Darmgesundheit und hemmt die Produktion des Allergieauslösers IgE. Mehrere Studien legen eine Verbindung zwischen dem weitverbreiteten Defizit an Vitamin D und der epidemieartigen Zunahme allergischer Erkrankungen nahe.3-5

Vitamin A sorgt unter anderem für die Bildung intakter Schleimhautoberflächen. Bei einer Unterversorgung weist die Schleimhaut Defekte auf, sodass allergieauslösende Substanzen in den Körper gelangen. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen einem Vitamin-A-Mangel und dem Auftreten allergischer Symptome auf.6

Oxidativer Stress zählt zu den wesentlichen Faktoren bei der Entstehung und dem Verlauf allergischer Reaktionen. Mit diesem Begriff bezeichnen Biochemiker die Bildung großer Mengen an freien Radikalen, die unser Erbgut (DNA), die Zellmembranen und andere körpereigene Strukturen schädigen. Mit den Vitaminen C und E nutzt das Immunsystem zwei lebenswichtige Antioxidantien zur Neutralisierung freier Radikale. Da der menschliche Körper sie im Gegensatz zu Vitamin D nicht selbst herstellen kann, müssen wir beide Vitamine über die Nahrung zuführen.7

Laut aktuellen Forschungsarbeiten sind die Konzentrationen von Vitamin C und Vitamin E im Blut von Allergikern wesentlich niedriger als bei gesunden Personen. In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie konnten Infusionen mit hoch dosiertem Vitamin C die allergiebezogenen Beschwerden deutlich lindern.8,9

Die Rolle von Mineralien bei Allergien

Kalzium-, Zink- und Magnesiumionen erfüllen wesentliche Aufgaben in der erworbenen und angeborenen Immunantwort unseres Körpers. Als sogenannte Second Messenger regulieren sie die Übermittlung von Signalen innerhalb der Immunzellen. Mit anderen Worten: Ohne ausreichende Mengen an Magnesium, Zink und Kalzium kann es zu Fehlern bei der Steuerung des Immunsystems kommen.10

Aktuelle Forschungsarbeiten beschäftigten sich mit der Frage, ob Allergiker Defizite an diesen zentralen Mineralstoffen haben. Tatsächlich weisen Patienten mit Neurodermitis und Nahrungsmittelallergie eine deutliche Unterversorgung mit Zink, Magnesium und Kalzium auf. Die Autoren empfehlen deshalb weitere Studien, die den Nutzen einer Nahrungsergänzung mit diesen lebensnotwendigen Mineralien untersuchen.11-13

Bei dem Mineralstoff Selen handelt es sich um ein lebensnotwendiges Spurenelement, das eine wichtige Funktion bei der Steuerung von Abwehrreaktionen übernimmt. Unser Immunsystem ist deshalb auf eine ausreichende Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Ein Mangel an Selen ruft Störungen bei der Regulation der Immunantwort hervor, die Entzündungen und allergische Reaktionen auslösen können.14

Bewährte Kräuter und Heilpflanzen zur Behandlung von Heuschnupfen

Zur Therapie der Pollenallergie setzen Ärzte regelmäßig Antihistaminika ein. Da diese Mittel nicht selten zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel, Benommenheit und einem verminderten Reaktionsvermögen führen, suchen Wissenschaftler seit Jahrzehnten nach geeigneten Alternativen. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2016 kommt zu dem Ergebnis, dass Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa) Heuschnupfensymptome effektiv lindern kann. Einerseits besitzt das Naturprodukt entzündungshemmende Eigenschaften. Zum anderen wirkt Schwarzkümmel auf ähnliche Weise wie ein Antihistaminikum.15

Eingesetzt wird die Heilpflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse zumeist in Form von Schwarzkümmelöl, das die Hersteller aus den reifen Samen durch Kaltpressung gewinnen. Im Rahmen einer placebokontrollierten Doppelblindstudie mit insgesamt 68 Teilnehmern konnte eine Forschergruppe aus dem Irak die Wirkung des Öls nachweisen. Die Hälfte der Probanden erhielt Nasentropfen aus reinem Schwarzkümmelöl. In der Placebogruppe träufelten sich die Allergiker ein gewöhnliches Speiseöl ohne Wirkstoff in die Nase. Nach sechs Wochen verbesserten sich die Heuschnupfenbeschwerden bei 92 Prozent der Anwender von Schwarzkümmelöl. Der größte Teil von ihnen war komplett symptomfrei.16

Auch die in Europa beheimatete Pestwurz (Petasites hybridus) hat sich zur alternativen Heuschnupfenbehandlung bewährt.17 Die Heilpflanze wirkt gegen die Symptome der Pollenallergie offenbar genauso effektiv wie das Antihistaminikum Cetirizin. Diese Erkenntnis verdanken wir einer placebokontrollierten Doppelblindstudie aus dem Jahr 2002, die in vier allgemeinmedizinischen und allergologischen Ambulanzen in der Schweiz und in Deutschland durchgeführt wurde. Nach Ansicht der teilnehmenden Ärzte sollte bei Heuschnupfen die Anwendung von Pestwurz in Betracht gezogen werden, um die Nebenwirkungen von Antihistaminika zu vermeiden.18


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Quellen:

[1] Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, auf https://www.dge.de

[2] Max Rubner-Institut. Ergebnisbericht Teil 2 Nationale Verzehrsstudie II. Seite 245-264.

[3] Mailhot G, White JH. Vitamin D and Immunity in Infants and Children. Nutrients. 2020 Apr 27;12(5):1233.

[4] Matsui T et al. Food allergy is linked to season of birth, sun exposure, and vitamin D deficiency. Allergol Int. 2019 Apr;68(2):172-177.

[5] Douros K et al. Does Vitamin D Deficiency Epidemic Parallel with Allergy and Asthma Epidemic? Mini Rev Med Chem. 2015;15(12):967-73.

[6] Hufnagl K, Jensen-Jarolim E. Does a carrot a day keep the allergy away? Immunol Lett. 2019 Feb;206:54-58.

[7] Shaik-Dasthagirisaheb YB et al. Role of vitamins D, E and C in immunity and inflammation. J Biol Regul Homeost Agents. Apr-Jun 2013;27(2):291-5.

[8] Vollbracht C et al. Intravenous vitamin C in the treatment of allergies: an interim subgroup analysis of a long-term observational study. J Int Med Res. 2018 Sep;46(9):3640-3655.

[9] Wang SY et al. Serum level and clinical significance of vitamin E in children with allergic rhinitis. BMC Pediatr. 2020 Jul 31;20(1):362.

[10] Feske S et al. Ion channels in innate and adaptive immunity. Annu Rev Immunol. 2015;33:291-353.

[11] Gray NA et al. Investigating hair zinc concentrations in children with and without atopic dermatitis. S Afr Med J. 2020 Apr 29;110(5):409-415.

[12] Błach J et al. Magnesium in skin allergy. Postepy Hig Med Dosw (Online). 2007 Oct 8;61:548-54.

[13] Hildebrand H et al. Calcium Intake in Children with Eczema and/or Food Allergy: A Prospective Cohort Study. Nutrients. 2019 Dec 12;11(12):3039.

[14] Avery JC, Hoffmann PR. Selenium, Selenoproteins, and Immunity. Nutrients. 2018 Sep 1;10(9):1203.

[15] Ipci K et al. Alternative products to treat allergic rhinitis and alternative routes for allergy immunotherapy. Am J Rhinol Allergy. 2016 Sep 1;30(5):8-10.

[16] Alsamarai AM et al. Evaluation of topical black seed oil in the treatment of allergic rhinitis. Antiinflamm Antiallergy Agents Med Chem. 2014 Mar;13(1):75-82.

[17] Wu AW et al. Alternative therapies for sinusitis and rhinitis: a systematic review utilizing a modified Delphi method. Int Forum Allergy Rhinol. 2020 Apr;10(4):496-504.

[18] Schapowal A. Randomised controlled trial of butterbur and cetirizine for treating seasonal allergic rhinitis. BMJ. 2002 Jan 19;324(7330):144-6.

veröffentlich am:
1. Juli 2021

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