Adipositas (Fettleibigkeit) – Heilpflanzen, Vitamine und Mineralien als Abnehmhelfer

Aktualisiert am 17. Juli 2021 von ÁYIO-Q Redaktion

Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen, das wusste schon Hildegard von Bingen im frühen Mittelalter. Doch erst im 19. Jahrhundert gelang es Wissenschaftlern, die Bestandteile von Pflanzen in reiner Form zu gewinnen. Seither beschäftigen sich Medizin und Forschung intensiv mit pflanzlichen Inhaltsstoffen, deren Wirkung zwar seit fast einem Jahrtausend bekannt ist, aber erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem eigenen Wissenschaftszweig führte: der Pflanzenheilkunde. Weder die Schul- noch die Alternativmedizin kennt einfache Lösungen, um überflüssige Pfunde zum Schmelzen zu bringen. Es gibt aber eine ganze Reihe von pflanzlichen Wirkstoffen, die dabei helfen können, Gewicht zu reduzieren.

Heilkräuter und -pflanzen

Die Natur hält eine ganze Reihe von Heilkräutern und Heilpflanzen bereit, die dauerhaft beim Abnehmen helfen können. Die pflanzlichen Wirkstoffe stehen in Form von Tees, Salben und Ölen zur Verfügung. Ätherische Öle sind in fast allen Kräutern vorhanden. Sie helfen bei der Verdauung sowie der Entfernung von Giftstoffen und Fettsäuren. Bitterstoffe regen die Absonderung des Magensafts an. Gerbstoffe schützen das Gewebe und finden sich meist in Blättern oder Wurzeln. Die sogenannten indifferenten Stoffe unterstützen die positiven Wirkungen der Inhaltsstoffe.

Ein Wissenschaftlerteam aus Polen konnte die gewichtsreduzierende Wirkung einiger Pflanzenextrakte nachweisen. Die Forscher fanden heraus, dass grüner Tee Einfluss auf die Gewichtsabnahme hat. Die Studienteilnehmer tranken acht Wochen lang täglich vier Tassen grünen Tee. Der Gewichtsverlust gegenüber den Vergleichsgruppen, von denen die eine täglich zwei Kapseln Grünteeextrakt und die andere vier Tassen Wasser bekamen, war beträchtlich. Außerdem befassten sich dieselben Forscher mit der afrikanischen Malve, der grünen Gartenbohne und echtem Schwarzkümmel. Alle drei konnten das Körpergewicht übergewichtiger Menschen deutlich senken.

Den Einfluss von Matetee untersuchten Wissenschaftler der Universität Freiburg in der Schweiz. Sie fanden heraus, dass kalt getrunkener Matetee zu einer effektiveren Gewichtsabnahme führt als heißer Matetee. Eine Untersuchung der Universität von Georgia schreibt auch der Kaffeebohne gewichtsreduzierende Wirkung zu. Der Inhaltsstoff Chlorogensäure beeinflusst den Blutzuckerspiegel und verringert die Ansammlung von Fett in der Leber. Chlorogensäure ist außerdem in Äpfeln, Birnen, Tomaten und Blaubeeren vorhanden.

Schon einfache Küchenkräuter können den Stoffwechsel aktivieren und die Verdauung fördern. Dazu gehören Dill, Kerbel, Löwenzahn und Brennnessel. Basilikum und Spinat zügeln den Appetit, Petersilie, Schnittlauch und Kresse stimulieren die Fettverbrennung. Obendrein bringen sie viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente mit.

Studien haben gezeigt, dass naturbelassene Nahrung ein gesundes Körpergewicht begünstigt. Natürliche Lebensmittel regen den Energiestoffwechsel an, liefern wichtige Nährstoffe für die Verwertung von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten und beeinflussen das Sättigungssignal. Das gilt auch für Öle und Fette, die lange Zeit als die Dickmacher schlechthin galten. Wie der Körper die Kalorien aus den Fetten aufnimmt, hängt auch von der Fettqualität ab. So unterstützen die guten Fette in Rapsöl das Abnehmen.

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente

Funktioniert das Abnehmen nicht richtig, kann es auch an einem Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen liegen. Denn wenn der Körper nicht die Nährstoffe bekommt, die er braucht, verlangt er nach Nahrung. Beim Abnehmen helfen Vitamin D, der Vitamin-B-Komplex sowie einige Mineralstoffe und andere körpereigene Enzyme.

Insbesondere die acht B-Vitamine und Vitamin D sind echte Schlankmacher. Der Vitamin-B-Komplex setzt sich aus Thiamin, Riboflavin, Niacin, Pantothensäure, Pyridoxin, Biotin, Folsäure und Vitamin B12 zusammen, die in unserem Körper die Fettverbrennung ankurbeln und die Verdauung von Kohlenhydraten fördern. Ernährungsforscher der Universität von Minnesota haben in einer Studie nachgewiesen, dass Vitamin D am Abbau von Bauchfett beteiligt ist. Je höher der Vitamin-D-Spiegel (25-OH-Vitamin-D3), umso mehr Bauchfett verloren die Studienteilnehmer.

Dieses Ergebnis wurde durch eine weitere Studie belegt, bei der dank des lebenswichtigen Vitalstoffs der Körperfettanteil reduziert werden konnte. Wie lässt sich der tägliche Bedarf an Vitamin D decken? Mithilfe des Sonnenlichts ist unser Organismus in der Lage, die erforderlichen Mengen selbst in der Haut zu produzieren. In Deutschland gilt das nur für die Monate April bis September. Während der restlichen Zeit des Jahres reicht die Kraft der Sonne nicht aus, um die körpereigene Vitamin-D-Herstellung anzuregen.

Deshalb ist es wichtig, in den Sommermonaten die Vitamin-D-Speicher im Fett- und Muskelgewebe aufzufüllen, sodass unser Organismus im Herbst und Winter darauf zurückgreifen kann. Zusätzlich sollten regelmäßig fettreiche Fische wie Lachs, Forelle, Hering oder Aal auf dem Speiseplan stehen. Trotz dieser Ratschläge herrscht in Deutschland eine dramatische Unterversorgung mit Vitamin D. Einer Studie des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zufolge erreichen acht von zehn Männern und neun von zehn Frauen nicht die notwendigen Tagesmengen.

Pflanzen nehmen aus dem Boden Mineralien auf, wandeln sie um und geben sie in Obst, Gemüse und Getreide an den Menschen weiter. Zink ist am Abbau von Fetten beteiligt und senkt den Insulinspiegel. Damit verhindert das lebensnotwendige Spurenelement beispielsweise Heißhungerattacken. Magnesium wirkt an über 600 Vorgängen im Körper mit und ist unter anderem für den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel unerlässlich. Der Mineralstoff verbessert die Kontrolle des Insulin- und Glukosespiegels im Blut, baut Stress ab und sorgt für einen erholsamen Schlaf. Wie alle Spurenelemente müssen Zink und Magnesium über die Nahrung aufgenommen werden.

Eine wesentliche Rolle im Energiestoffwechsel spielen unter anderem Aminosäuren, Hormone und das Coenzym Alpha-Liponsäure. Die körpereigene Substanz unterstützt die Leber und schützt sie vor Verfettung. Die Forschung hat in einer Studie nachgewiesen, dass Alpha-Liponsäure auch beim Abnehmen helfen kann. In einer Untersuchung erhielten übergewichtige Frauen über einen Zeitraum von sechs Monaten Alpha-Liponsäure als Nahrungsergänzungsmittel. Im Ergebnis verloren die Probandinnen rund 1,7 Prozent ihres Körpergewichts. Das Gewicht der Placebogruppe blieb unverändert. Dabei änderten die Frauen weder etwas an ihren Essgewohnheiten, noch trieben sie mehr Sport als sonst.


Quellen:

[1] Zentrum für Gesundheit: Entstehung der Pflanzenheilkunde

[2] Heilkräuterpflanzen: Inhaltsstoffe

[3] Naturmed Depesche, Medizinische Fachzeitschrift mit Schwerpunkt Naturheilkunde, Naturmedizin: Studien Grüner Tee

[4] University of Georgia: Studie Kaffeebohnen

[5] Krankenkassen Zentrale: Öle und Fette

[6] National Library of Medicine: Studie Vitamin D

[7] National Library of Medicine: Studie Magnesium

[8] The Journal of Nutrition: Alpha-Liponsäure

veröffentlich am:
5. Juni 2021

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