Anorexia – Appetitlosigkeit: Kräuter, Vitamine und Mineralien helfen

Aktualisiert am 17. Juli 2021 von ÁYIO-Q Redaktion

Kräuter und Heilpflanzen: Studien über ihren Einfluss auf den Appetit

Auch wenn Galgant, Wegwarte, Zimtrinde und andere Heilpflanzen bei Appetitlosigkeit empfohlen werden, sind ihre diesbezüglichen Wirkweisen nicht immer hinreichend belegt und erforscht. Die Empfehlungen vieler Heilkundiger beruhen jedoch auf jahrelangen Erfahrungen der Naturheilkunde und Phytotherapie und sind deshalb nicht weniger wirksam.

Dennoch gibt es einige Pflanzen bzw. Kräuter, deren Wirkung auf den Appetit untersucht und belegt wurde.

Studien hinsichtlich der appetitfördernden Wirkung

Bockshornklee (Foenugraeci semen)

Die Kommission E, eine unabhängig arbeitende Sachverständigenkommission, welche unter anderem die Aufgabe hat, Phytotherapeutika auf ihre Wirkung hin zu untersuchen, führte im Jahre 1990 eine Studie mit Bockshornkleesamen durch. Im Rahmen dieser Studie konnte vor allem auch die appetitfördernde Wirkung von Bockshornklee belegt werden. Die in der Pflanze enthaltenen Bitterstoffe scheinen hierbei für die appetitanregende Wirkung verantwortlich zu sein.1

Die Hanfpflanze und ihre Cannabinoide

Eine Studie aus dem Jahr 2013 befasste sich mit der Wirkung der Cannabinoide der Hanfpflanze auf an Appetitlosigkeit leidenden Menschen. Sowohl CBD als auch THC, zwei der bekanntesten Phytocannabinoide der Hanfpflanze, die mit dem Endocannabinoidsystem des Menschen interagieren, scheinen demnach auch eine positive Wirkung auf den Appetit ausüben zu können. Tetrahydrocannabinol soll sogar direkt den appetitsteigernden CB1-Rezeptor anregen können.

Enzian

Eine 1997 von Wegner durchgeführte Studie an 205 Patienten, die unter Magen-Darm-Beschwerden wie Appetitlosigkeit litten, untersuchte den therapeutischen Nutzen eines Enzianwurzeltrockenextraktes des indischen (gelben) Enzians. Die Probanden bekamen über einen Zeitraum von 15 Tagen täglich mehrmals mit 120 mg Enzianwurzelextrakt gefüllte Kapseln. Dabei stellte sich heraus, dass der Verbesserungsgrad im Durchschnitt ganze signifikante 68% betrug.3

Bereits 1974 unternahm Gebhardt verschiedene In-Vitro-Untersuchungen mit dem gelben Enzian. Er stellte fest, dass dieser die für den Appetit so wichtige Säureproduktion nicht nur über die Geschmacksknospen, sondern auch über die Magenschleimhaut anregen konnte. Durch die verstärkte Produktion von Gastrin kommt es zu einer erhöhten Peristaltik im Magen-Darm-Trakt und unter anderem zur Appetitsteigerung.4

Vitamine, die bei Appetitmangel angebracht sein können

Auch die Unterversorgung mit bestimmten Vitaminen kann sich auf den Appetit auswirken.

So ist beispielsweise Vitamin A für die Befeuchtung und Gesundheit von Haut und Schleimhäuten unerlässlich. Bei einem Mangel dieses Vitamins kann es so unter anderem zu mangelhafter Speichelbildung und in Folge dessen auch zu Appetitlosigkeit kommen.

Ebenso kann ein Mangel an Vitamin B1 zu Verdauungsproblemen mit langsamer Verstoffwechslung und Appetitlosigkeit führen.

Vitamin B3 wiederum ist ebenfalls am Stoffwechsel beteiligt, weshalb ein Mangel sich auch hier durch Appetitlosigkeit und Erschöpfungssymptome bemerkbar machen kann.

Ein weiteres Vitamin der B-Gruppe, welches einen Einfluss auf den Appetit haben soll, ist das Vitamin B6. Ein Mangel an diesem kommt jedoch äußerst selten vor, kann aber bei Bedarf ebenso schnell behoben werden.

Ein Zuwenig an Vitamin B12 dagegen scheint öfter vorzukommen und kann sich ebenfalls negativ auf den Appetit auswirken.

Auch Vitamin D, ein sogenanntes Hybridhormon, welches der Körper bei ausreichender Sonnenexposition selbst bilden kann, übt einen Einfluss auf Appetit und Sättigungsgefühl aus. Ein Mangel an dem bekannten „Sonnenvitamin“ kann somit zu Appetitlosigkeit führen.5

Mineralstoffe und Spurenelemente, die für den gesunden Appetit wichtig sind

Ähnlich wie ein Vitamindefizit kann sich auch ein Mineralstoff- oder Spurenelementmangel negativ auf die Lust am Essen auswirken.

So sind durch einen dauerhaften Eisenmangel die Blutbildung und Sauerstoffversorgung der Zellen stark eingeschränkt und es kann so zur gefährlichen Anämie mit Atemnot, Appetitmangel sowie blasser Haut und Schleimhäuten kommen.

Ein Jodmangel wiederum kann auf Dauer zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen, die wiederum einen hemmenden Einfluss auf den Appetit sowie eine insgesamt eher verlangsamte Stoffwechselfunktion nach sich zieht.

Auch ein Mangel an Kalium, welches beim Kohlenhydratstoffwechsel eine wichtige Rolle spielt und bei unzureichendem Trinken oder hohem Wasserverlust schnell verloren geht, kann zu einem Appetitverlust führen.

Kupfer ist ebenso wie Eisen an der Bildung der roten Blutkörperchen beteiligt. Ein Mangel an Kupfer führt meist auch zu einem versteckten Eisenmangel, welcher sich wiederum hemmend auf den Appetit auswirkt. Ebenso spielt Kupfer bei der Funktion der Schilddrüse eine Rolle, die zusätzlich den Appetit beeinflusst.6

Manganmangel, der vor allem bei Menschen, die sich überwiegend von tierischen Erzeugnissen ernähren, häufiger vorkommt, kann sich ebenfalls durch Gewichtsverlust und Appetitmangel zeigen. Denn dieses wichtige Spurenelement ist hauptsächlich in Pflanzen enthalten, die es für ihre Photosynthese benötigen und deshalb als manganreich gelten. Auch die Mitochondrien des Menschen sind auf das Vorhandensein von Mangan angewiesen, welches außerdem für die Synthese von Knochen, Binde- und Knorpelgewebe benötigt wird.

Untersuchungen zufolge weisen über 205 der im Krankenhaus stationär behandelten Senioren einen gefährlichen Mangel an Natrium auf. Da dieser sich unter anderem auch in Form eines Appetitmangels bemerkbar machen kann, sollte bei einem Appetitverlust auch immer an den Kochsalzspiegel gedacht werden.7

Auch durch einen Zinkmangel bedingt, kann sich der Stoffwechsel verlangsamen und es und es somit zu Appetitmangel kommen.8

Es gibt zahlreiche Studien, die eine Verbindung zwischen der Nährstoffzufuhr und dem Appetit belegen. Bekannt ist unter anderem die appetitfördernde Wirkung von Zink.

So konnte eine an Ratten durchgeführte Studie zeigen, dass eine Zufuhr von Zink die freiwillige Nahrungsaufnahme der Tiere signifikant steigern konnte.

Klinische Studien an Probanden, die unter Anorexia nervosa litten, zeigten ebenfalls einen Zusammenhang zwischen Beschwerdebild und entsprechendem Zinkspiegel im Blut.

Andere Studien belegen deutlich, dass die orale Zinkeinnahme zur Gewichtszunahme und vermehrtem Appetit bei AN-Patienten führte.9


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Quellen:

[1]„Bockshornklee“, auf https://www.natur-journal.de

[2] Buch: „Heilen mit CBD“, von Leonard Leinow und Juliana Birnbaum

[3] „Enzian“, auf https://www.energeticanatura.com

[4] “Gelber Enzian“, auf https://www.hmppa.at

[5] „Appetitlosigkeit“, auf https://heilwiki.de

[6] „Kupfer“, auf https://www.liebems.net

[7] „Das Salz in der Suppe – für Senioren ein Muss“, auf https://netzvisite.com

[8] „Zink – ein wichtiges Spurenelement“, auf https://www.drfalkpharma.de

[9] „Zink: Ein lebenswichtiges Spurenelement“, auf https://www.vitaminexpress.org

veröffentlich am:
5. Juli 2021

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