Hypothyreose, Hyperthyreose, Hashimoto – Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Aktualisiert am 2. Oktober 2021 von Dr. Jochen G. Opitz

Erkrankungen der Schilddrüse haben sehr unterschiedliche Ursachen. In den meisten Fällen tritt eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) als Folge der Schilddrüsenentzündung Hashimoto-Thyreoiditis auf. Aber auch die schulmedizinische Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann zu einer Unterfunktion führen. Ein weiterer, seit Langem bekannter Grund ist der weit verbreitete Jodmangel.1

Deshalb wird dem handelsüblichen Kochsalz (Natriumchlorid) Jod in Form von Natrium- und Kaliumjodat zugesetzt. Bei der Hyperthyreose und der Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um Autoimmunerkrankungen. Aus bisher unbekannten Gründen bildet das eigene Immunsystem Antikörper gegen bestimmte Eiweiße der Schilddrüse.2,3

Schulmedizinische Behandlungsmöglichkeiten von Schilddrüsenerkrankungen

Die Therapie richtet sich in der Schulmedizin danach, ob eine Hypothyreose oder eine Hyperthyreose vorliegt. Bei einer Unterfunktion ist die medikamentöse Behandlung mit L-Thyroxin (Levothyroxin) die Methode der Wahl. Das synthetische Hormon wirkt genau wie das körpereigene Tetrajodthyronin (T4) und wird von unserem Organismus in Trijodthyronin (T3) umgewandelt. Um die Nebenwirkungen auf ein Minimum zu reduzieren, sollte man mit einer niedrigen Dosis beginnen und die Einnahmemenge langsam bis zur optimalen Dosierung steigern.

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kommen zunächst Thyreostatika zum Einsatz, die die Bildung von T3 und T4 hemmen. Wenn sich die Schilddrüsenwerte dadurch nicht normalisieren, empfehlen Ärzte meistens eine Radio-Jod-Therapie oder eine Schilddrüsen-Operation.

Die Hashimoto-Thyreoiditis wird in der Regel nicht behandelt, bis eine Schilddrüsenunterfunktion auftritt. Dann erfolgt die lebenslange Einnahme von L-Thyroxin.

Erkrankungen der Schilddrüse aus naturheilkundlicher Perspektive

Aus Sicht der Naturheilkunde ist in vielen Fällen die Schilddrüse selbst nicht für die beobachteten Störungen des Stoffwechsels und der sonstigen Beschwerden verantwortlich. Das empfindliche Organ zeigt lediglich an, dass es an einer anderen Stelle im Organismus Probleme gibt.

Neben einem Jodmangel kommt auch eine Unterversorgung mit weiteren Mineralstoffen und Vitaminen als Ursache der Schilddrüsenstörung infrage. Im dritten Teil dieser Artikelreihe gehen wir näher darauf ein.

Nicht selten liegt zusätzlich eine Belastung der Schilddrüse mit Aluminium (Kosmetik, Lebensmittelverpackungen) sowie den Schwermetallen Quecksilber (Amalgam aus Zahnfüllungen) und Vanadium vor. Auch Weichmacher in Kunststoffartikeln (Phthalate, Bisphenol A) und Pestizide wie Glyphosat (Roundup von Monsanto) können die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen.4-7

Leber, Darm und Schilddrüse hängen eng zusammen

Weitere wichtige Verbindungen bestehen zwischen unserer Schilddrüse und den Organen Leber und Darm. Auf welche Weise lässt sich das erklären? Wie im gesamten Körper steuern die Schilddrüsenhormone T3 und T4 auch den Energiestoffwechsel in der Leber. Zuvor müssen diese Hormone in der Leber aktiviert werden.8

Mit anderen Worten: Eine geschwächte Leber führt zu Schilddrüsenproblemen und Schilddrüsenstörungen beeinflussen die Funktion der Leber. Eine ähnliche Beziehung gibt es auch zwischen Schilddrüse und Darm: T3 und T4 regulieren den Stoffwechsel im Magen-Darm-Trakt, sodass es zu Durchfällen (Schilddrüsenüberfunktion) oder Verstopfungen (Schilddrüsenunterfunktion) kommen kann.

Dies wiederum hat einen Einfluss auf die Zusammensetzung der Darmbesiedlung (Mikrobiom), die einen wesentlichen Betrag zur Aufnahme von Jod und anderen Mineralien aus der Nahrung leistet. Somit führt ein träger Darm zu einer verminderten Produktion von Schilddrüsenhormonen und umgekehrt.9,10

Wie eine aktuelle klinische Studie aus dem Iran belegt, lässt sich die Funktion der Schilddrüse durch die Einnahme von lebenden Darmbakterien (Probiotika) und präbiotischen Lebensmitteln (Präbiotika) verbessern.11

Zu den Präbiotika zählen Äpfel, Bananen, Artischocken, Brokkoli, Chicorée, Fenchel, Möhren, Knoblauch, Knollensellerie, Kohlrabi, Meerrettich, Pastinaken, Petersilienwurzel, Radieschen, Rote Bete, Topinambur, Yacón und Zwiebeln.

Naturheilkundliche Behandlungen bei Schilddrüsenunterfunktion, Schilddrüsenüberfunktion und Hashimoto

In der Naturheilkunde spielt es keine Rolle, welche Art von Schilddrüsenstörung vorliegt. Ganzheitliche Therapien setzen immer an mehreren Eckpunkten an. Dazu gehören vor allem:

  • Ernährungsumstellung mit einem hohen Anteil an präbiotischen Nahrungsmitteln
  • Beseitigung eines Defizits an Vitaminen, Mineralien und Omega-3-Fettsäuren
  • Zucker, Süßigkeiten, verarbeitete Lebensmittel, Alkohol und alle anderen Produkte stark einschränken, die Leber und Darm belasten
  • genügend Wasser in hoher Qualität trinken
  • Entgiftung der Leber und der Schilddrüse
  • Darmreinigung und Darmsanierung

Das ÁYIO-Q Zentrum der Vitalität hat verschiedene Programme entwickelt, die dazu beitragen können, die Schilddrüse zu entgiften. Bei einer aktuellen Umfrage bewerteten neun von zehn Teilnehmern ihren körperlichen und geistigen Zustand nach einer dreimonatigen Anwendung besser als vorher.

Auf der Website bietet ÁYIO-Q einen kostenlosen Selbsttest an. Er dient dazu, eine Übersicht über den aktuellen Zustand der Lebensenergie und der Selbstheilungskräfte zu erhalten.


Weiterführende Artikel zu Hypothyreose, Hyperthyreose und Hashimoto-Thyreoiditis

Informationen von anerkannten Gesundheitsexperten zu Symptomen, Therapien, Vitaminen, Mineralien, Heilkräutern, ÁYIO-Q Wasserkur und ÁYIO-Q Atemtherapie.


Quellen:

[1] Schilddrüsenunterfunktion, auf https://www.netdoktor.de

[2] Schilddrüsenüberfunktion, auf https://www.netdoktor.de

[3] Hashimoto-Thyreoiditis, auf https://www.netdoktor.de

[4] Benvenga S et al. Endocrine disruptors and thyroid autoimmunity. Best Pract Res Clin Endocrinol Metab. 2020 Jan;34(1):101377.

[5] Pamphlett R et al. Mercury in the human thyroid gland: Potential implications for thyroid cancer, autoimmune thyroiditis, and hypothyroidism. PLoS One. 2021 Feb 9;16(2):e0246748.

[6] Meeker JD, Ferguson KK. Relationship between Urinary Phthalate and Bisphenol A Concentrations and Serum Thyroid Measures in U.S. Adults and Adolescents from the National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) 2007–2008. Environ Health Perspect. 2011 Oct;119(10):1396-402.

[7] Leemans M et al. Pesticides With Potential Thyroid Hormone-Disrupting Effects: A Review of Recent Data. Front. Endocrinol. 2019 Dec 9;10:743.

[8] Malik R, Hodgson H. The relationship between the thyroid gland and the liver. QJM. 2002 Sep;95(9):559-69.

[9] Knezevic J et al. Thyroid-Gut-Axis: How Does the Microbiota Influence Thyroid Function? Nutrients. 2020 Jun 12;12(6):1769.

[10] Fröhlich E, Wahl R. Microbiota and Thyroid Interaction in Health and Disease. Trends Endocrinol Metab. 2019 Aug;30(8):479-490.

[11] Talebi S et al. The effects of synbiotic supplementation on thyroid function and inflammation in hypothyroid patients: A randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Complement Ther Med. 2020 Jan;48:102234.

veröffentlich am:
17. September 2021

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